Unser Zahnlexikon: Buchstabe W
Wachsbiss
Zusammenbiss der Zähne auf eine Wachsplatte oder einen Wachswall, um das angefertigte Unterkiefermodell dem angefertigten Oberkiefermodell zuordnen zu können. Der Wachsbiss mit seinen Zahnabdrücken dient als ‚Schlüssel’. Setzt man die Gipsmodelle hinein, erhält man die Situation, wie der Patient zusammen beißt. Die Modelle werden entsprechend in den Artikulator montiert. Der Wachsbiss berücksichtigt aber nicht die Stellung der Kiefergelenke beim Zusammenbeißen. Für umfangreiche Rekonstruktionen wird daher in der Regel ein Zentrikregistrat zum Zuordnen der Modell verwendet.
Wechselgebiss
Bezeichnung für das Gebiss in der Wechselperiode zwischen dem Milchzahngebiss und bleibendem Gebiss; in der Zeit befinden sich Milchzähne und bleibende Zähne im Kiefer.
Weisheitszähne
Die letzten Zähne des bleibenden Gebisses, die erst ab dem 16. Lebensjahr durchbrechen.
White spot
Karies im Frühstadium (Initialkaries).
Wurzelamputation
Vollständige Entfernung einer Wurzel eines mehrwurzeligen Zahnes zum Erhalt des Zahnes. Häufig aus parodontalen Gründen, wenn nur noch Teile des Zahnes erhaltungswürdig sind. Vergleiche auch Hemisektion.
Wurzelfraktur
Bruch der Zahnwurzel
1.durch Gewalteinwirkung (traumatisch) oder
2. beim Entfernen eines Zahnes. Eine traumatische Wurzelfraktur ist durch Lockerung und/oder Klopfempfindlichkeit des betroffenen Zahnes gekennzeichnet; Bricht eine Wurzel bei der Zahnentfernung, muss sie anschließend operativ entfernt werden.
Wurzelhaut, Zahnwurzelhaut
Desmodont; umgibt den gesamten Wurzelbereich eines gesunden Zahnes. Sie besteht aus kollagenen Fasern, die im Zahnwurzelzement und im Kieferknochen verankert sind und somit den Zahn beweglich im Zahnfach aufhängen. Blut-, Lymphgefäße und Nerven sind ebenfalls mit eingeflochten.
Wurzelkanal
Hohlraum in der Wurzel, wird am vitalen Zahn vom Zahnmark (Pulpa) ausgefüllt. Der Wurzelkanal ist im Bereich der Wurzelspitze oft stark verästelt und aufgezweigt.
Wurzelkanalbehandlung
Endodontie; Oberbegriff für zahnärztliche Behandlungsmaßnahmen bei einem erkrankten oder abgestorbenen Zahn mit dem Ziel der Zahnerhaltung. Die Behandlung umfasst die vollständige Entfernung des erkrankten Zahnmarks (Pulpa), die Wurzelkanalaufbereitung (instrumentelle Erweiterung des Wurzelkanals), evt. eine kurzzeitige Behandlung mit medikamentösen Einlagen und das Füllen des Wurzelkanals.
Wurzelkanalfüllung
Ausfüllen des aufbereiteten (instrumentell erweiterten) Wurzelkanals mit körperfremden Substanzen. Ziel ist eine höchstmögliche Dichte und Wandständigkeit zum Schutz vor dem Eindringen von Bakterien und Flüssigkeiten.
Wurzelresorption
Abbau oder Auflösung der Zahnwurzel infolge chronischer Entzündungen, Zystenwachstums oder einer Überlastung des Zahnes. Bei Milchzähnen normal, wenn die bleibenden Zähne von unten nachwachsen.
Wurzelspitzenresektion
Begriff aus der zahnärztlichen Chirurgie zur Beseitigung von Entzündungs- oder Zystengewebe im Bereich der Wurzelspitze. Wird durchgeführt, wenn z.B. nach einer Wurzelkanalfüllung weiterhin oder erneut Entzündungen im Bereich der Wurzelspitze auftreten oder wenn ein optimales Abfüllen des Wurzelkanals bis zur Wurzelspitze nicht möglich war. Die Wurzelspitzenresektion erfolgt nach oder während einer Wurzelkanalfüllung; dabei wird die Wurzelspitze operativ freigelegt und neben dem Zysten/Entzündungsgewebe auch noch der unterste Teil der infizierten Wurzel ('Wurzelspitze') entfernt. Wenn erforderlich wird zusätzlich der Wurzelkanal an der abgetrennten Wurzelspitze mit einer Füllung verschlossen “retrograde Wurzelkanalfüllung“.
Wurzelzement
Zahnhartsubstanz, die die Oberfläche der Zahnwurzel überzieht und aus Faserzement besteht. Die Zahnhalteapparatfasern (Desmodont) sind im Wurzelzement verankert.
Würgereiz / Würgereflex
Schutzreflex im Rachenraum: Der hintere Bereich der Zunge, der weiche Gaumen und das Zäpfchen sind äußerst empfindlich und lösen bei Berührung einen Brechreiz aus. Kann ungewollt während einer zahnärztlichen Behandlung provoziert werden, z.B. bei einer Oberkieferabformung.